Kolpingfamilie Horb am Neckar

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Gemeindezentrum

Neckar-Chronik, 24.05.2006

Die katholische „Heilige Kreuz“-Gemeinde hat ihren neuen und künftigen Einrichtungen Namen gegeben

HORB (ela). Morgen wird der neue katholische Kindergarten auf dem Hohenberg auf den Namen der Heiligen Edith Stein getauft. Gleichzeitig soll das nebenstehende Gemeindezentrum nach dem 1991 selig gesprochenen Adolph Kolping benannt werden. Die Namen für das geplante Altenheim und die dazugehörige Tagesstätte stehen auch schon fest. Ihre Patrone werden Bischof Dr. Joannes Baptista Sproll und die Barmherzige Schwester vom Heiligen Kreuz, Ulrika Nisch, sein.

Die katholischen Kirchengemeinderäte hatten die Qual der Wahl. Vier der insgesamt sechs im Glasfenster der Auferstehung-Christi-Kirche verewigten Glaubenszeugen sollten als Namensgeber für Kindergarten, Gemeindezentrum, Alten- und Pflegeheim sowie Tagesstätte dienen.

„Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ Diese Worte des Markusevangeliums haben das Leben von Edith Stein geprägt, weshalb ihr Name nun dem neuen Kindergarten zugesprochen wurde. Morgen, bei seiner Einweihung, wird auch von der Außergewöhnlichkeit der 1891 in Breslau geborenen Jüdin, Christin und Wissenschaftlerin Edith Stein die Rede sein. „Ich habe mir das Beten ganz bewusst und aus freiem Entschluss abgewöhnt“, sagte sie noch in jungen Jahren. Durch ihr Philosophiestudium und vor allem durch die Schriften von Teresa von Avila gelangte sie zum katholischen Glauben und ließ sich 1922 taufen. 1933 trat sie, die fortan Schwester Teresia Benedict vom Kreuz heißen sollte, dem Kölner Karmel bei. Aus politischen Gründen wechselte sie in einen Karmel nach Echt in Holland, von wo sie 1942 von der Gestapo deportiert und am 9. August in der Gaskammer in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde. Edith Stein wurde als Opfer der Gewaltherrschaft in der Gefolgschaft Jesu am 11.Oktober 1998 durch Papst Johannes-Paul II. heilig gesprochen.

Da die Horber Kolpingsfamilie seit Jahren eine feste Säule in der Arbeit der katholischen Kirchengemeinde „Heilig Kreuz“ darstellt, lag es nahe, das neue Gemeindezentrum nach dem vor über 140 Jahre verstorbenen Sozialethiker zu benennen. Die Kolpingsfamilie begreift sich als katholischen Sozialverband, der in der Kirche zu Hause ist und sich in der Gesellschaft engagiert – ganz im Sinne ihre Gründers. Adolph Kolping wurde 1813 in Kerpen geboren. Nach seiner Lehre und Gesellenzeit als Schuhmacher ging er auf das Gymnasium, studierte in der Folge Theologie und wurde 1845 zum Priester geweiht. 1849 gründete er den Kölner Gesellenverein. Sein soziales Engagement spiegelt sich bis heute in den Zielen des Internationalen Kolpingswerkes wieder. Adolph Kolping, der drei Jahre vor seinem Tode am 4. Dezember 1865 zum päpstlichen Geheimkämmerer ernannt worden war, wurde 1991 in Rom selig gesprochen.

Im Spätherbst diesen Jahres soll der Spatenstich für das neue Alten- und Pflegeheim mit 52 Plätzen auf dem Hohenberg erfolgen. Bis zur Einweihung im Frühjahr 2008 ist es zwar noch ein weiter Weg, unter wessen Schutz das neue Gebäude allerdings gestellt wird, steht schon heute fest. Die Wahl fiel nicht zuletzt auf den berühmten Rottenburger Bischof, da der ehemalige Sproll-Saal im Steinhaus mittlerweile als Bücherei genutzt wird. Dr. Joannes Baptista Sproll, geboren 1870 in Schweinhausen bei Biberach, wird bis heute als „Bekennerbischof“ verehrt. 1927 war er zum Oberhirte der Diözese Rottenburg ernannt worden. Als es Mitte der dreißiger Jahre zum verstärkten Kirchenkampf der Nationalsozialisten kam, nahm Sproll unmissverständlich Stellung. Nachdem er sich bei der Volksabstimmung zum „Anschluss“ Österreichs 1938 der Stimme enthalten hatte, inszenierte die NSDAP Demonstrationen und Protestkundgebungen gegen Sproll, die in der Erstürmung des Bischofshauses gipfelten. 1938 wurde Bischof Sproll aus seiner Diözese verwiesen, in die er im Sommer 1945 trotz starker körperlicher Behinderung wieder zurückkam. Bischof Dr. Joannes Baptista Sproll starb am 4.März 1949.

Die Patronin der im Pflegeheim integrierten Tagesstätte für zwölf Personen ist für viele eine eher unbekannte. Die spätere Schwester Ulrika Nisch wurde 1882 in Mittelbiberach-Oberdorf geboren. Sie wuchs in sehr armen Lebensverhältnissen auf. Nach der Volksschule wurde sie Dienstmädchen und ging sieben Jahre später in die Schweiz. Nachdem sie durch eine schwere Erkrankung die Pflege und das sozialreformerische Engagement der Kreuzschwestern zu schätzen gelernt hatte, trat sie der Kongregation in Hegne am Bodensee bei. Schwester Ulrika arbeitete als Küchenschwester in Baden-Baden, wo sie durch ihre Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit von vielen geschätzt wurde. 1912 kehrte sie schwerkrank nach Hegne zurück, wo sie mit 31 Jahren am 8. Mai 1931 an Tuberkulose verstarb. Das überzeugende religiöse Leben Schwester Ulrikas führte dazu, dass sie von Papst Johannes PaulII. 1987 selig gesprochen wurde.

Kolpingsfamilie Horb a. N.
Verantwortlich für den Inhalt
Klaus Konrad, Diakon, pastoraler Mitarbeiter
Kath. Pfarrbüro der Seelsorgeeinheit Horb
Gutermannstr. 8, D- 72160 Horb a.N.
Tel. +49 (0) 7451/5553-123, E-Mail: info@kolping-horb.de

 

 

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